"Solang mein Herz voll Liebe und der Kopf meiner Nebenmenschen voll Narrheit ist, wird es mir nie an Stoff zum Schreiben fehlen." Heinrich Heine

Montag, 6. Juli 2009

Obertongesang

Meine F*e, habt ihr sowas schonmal gehört?!

Montag, 29. Juni 2009

Kompetenzexegese

"Was kann ich, wenn ich das kann - und wann kann ich das, was ich kann, wie gut?" (Ziener, 2008)

Eben gelesener Satz soll den Begriff im Titel erklären. Thema: Bildungsstandards in der Praxis - Kompetenzorientiertes Unterrichten. Das habe ich zuletzt gelesen, leichte Bettlektüre. Die 23 A4-Seiten gerade noch so pünktlich (in einer Abend- und Frühschicht) geschafft. Obwohl ich mal wieder alles Erdenkliche tat, um dem Bachelor-Teufel, der mir mit einer tickenden Uhr im Nacken sitzt, einen Stinkefinger zu zeigen. (Ich musste das sofort zeichnen, als es mir einfiel.)


Wenn wir mal nach dem Datum schauen, fällt auf, dass beide wichtigen Eignungsprüfungen - der treue Leser weiß bescheid - sowohl Englisch als auch Musik bereits vorüber sind.
Englisch war hart, hätte ich nicht gedacht. War kein bisschen aufgeregt, dank der guten psychologischen (und inhaltlich doch auch guten) Vorbereitung. Der ganze Spaß fing erst eine Stunde später an, wegen der vielen Teilnehmer (so 300 vielleicht) und war, wie gesagt, ziemlich schwierig.
Schon am 3. Folgetag kam die Email: Bestanden! Wenig später der Brief: 72%! Der Wahnsinn; hätte mir vielleicht 50 zugestanden (von 60 benötigten). Wenn jetzt der NC für mich so realistisch erreichbar ist, wie es mir die Studienberaterin versicherte, dann studiere ich ab kommendem Wintersemester als Hauptfach Anglistik/Amerikanistik. Wenn nicht, dann schiebe ich es auf die Beraterin, immerhin hat ihre Aussage meine Zukunftsplanung aktiv beeinflusst.
Unfair ist er schon, der NC, ziemlich unfair sogar. Ich würd auch sehr gerne Deutsch als Fach haben (anstelle von Russisch!), aber das hat die Studiernberaterin immerhin als für mich unrealistisch eingeschätzt.

Musik - naja. ("Wann kann ich das, was ich kann, wie gut?", passt irgendwie.)
Eigentlich darf ich nicht klagen, lief relativ in Ordnung. Jedoch fiel mir später auf, dass ich einen wichtigen Prüfungsbestandteil vergessen habe: meine Kadenz auf dem Klavier: Tonika, Tonikaparallele, Subdominante, Subdominantparallele, Dominantquartsext, Dominantsept, Tonika. (Die Musiker können das jetzt mal ausprobieren.) In allen Tonarten bis vier Vorzeichen, in allen drei Lagen. Komplett auswendig. Und dann doch nicht vorgespielt. >.<
Allerdings hat die Prüfungskommission (Klavierlehrerin und Gitarrenlehrer) entweder auch nicht daran gedacht oder, aufgrund des höheren Niveaus meiner 2 Klavierstücke, keinen Wert mehr darauf gelegt. Vielleicht beides. Auf das Ergebnis warte ich noch.

Man kann sich verrückt machen, wie man will, beeinflussen kann man es hinterher ja doch nicht mehr - so denn alles rechtens ablief.
Merke: Vor einer wichtigen Sache, die man aktiv beeinflussen kann, bei guter Vorbereitung prinzipiell positiv rangehen! (Psychologie 12. Klasse: Einstellung)

Däumchen drehe ich jetzt in der "Wartezeit" auf das Ergebnis (übrigens lediglich 4 Werktage) aber nicht. Der ganze Unistress abseits der Eignungsprüfungen kommt gerade jetzt (Klausuren, Seminargestaltung/Referat, mehrere kleinere Texte schreiben). Diesen konnte ich vorher zu meinem Glück ohne Probleme ignorieren, hab mir alles passend hingelegt. Wird auch alles gut laufen, davon geh ich aus (positiv rangehen!)

Und was mache ich jetzt mit der mitteldicken Spinne, die grad an der Außenseite meiner Fensterscheibe ein Netz spinnend rumturnt? Ich mag Spinnen nicht sonderlich, aber ich bringe es gerade nicht übers Herz, dieses eifrige Wesen durch einen Todeswurf davon abzubringen, ihrem täglichen jämmerlichen Alltagstrott nachzugehen. So lasse ich sie dort spinnen und hoffe, dass ich sie morgen nicht vergessen habe, denn so gerne möchte ich das Fenster dann doch nicht aufmachen.

I think I spider
Eure
Fr.itzi

Dienstag, 16. Juni 2009

"Alles Pansen!

Eigenartig, wie schreiblustig ich in diesen Zeiten bin, wo ich eigentlich gar keine Zeit zum Schreiben habe oder haben dürfte. Und so rede ich mir ein (wenn es nicht tatsächlich so ist), dass ich damit reflektiere und verarbeite und nicht zuletzt dokumentiere (Wozu führt man sonst ein Blog?), was im Grunde jedes für sich ein mehr oder weniger wichtiger Prozess ist. Für mich jedenfalls.
Und somit nehme ich mir auch Zeit für diese weitere Leidenschaft.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das wirklich mal so intensiv vollziehe, aber ich reduziere ernsthaft und bewusst Freiheiten, FreiZeiten, die ich mir sonst nie nehmen ließ. Das war im Grunde immer der Schutz vor zu viel Stress, den habe ich nicht, wenn ich mir die Auszeit so trotzig behalte (der Stress, den ich dann wiederum durch fehlende Zeit habe, mal außen vor gelassen). Auch ein Schutz, wenn man es drastischer sieht, vor dem Burnoutsyndrom, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass derjenige sich mehr "vorgenommen" hat, als er eigentlich schaffen kann.

Das ist, wie erwähnt, in letzter Zeit etwas anders.
Ich erlebe gerade am eigenen Leib Phänomene wie die intrinsische Motivation, die Sehnsucht nach Erfolg und Erfüllung und die schon nervtötende Aussage, dass "nur üben hilft". Das ist wahr, wir wissen das alle. Aber ich weiß es jetzt nicht nur, ich erlebe es, Tag für Tag. Insofern kommt zur intrinsischen Motivation auch eine weitere hinzu, die ich Laie nicht einmal einordnen kann (in- oder extrinsisch?): Lernen um des Erfolgsgefühls Willen, weil man merkt, da passiert was, und das ist toll.
Manisches Zielbestreben - für meine Verhältnisse...


"Alles Pansen" steht auf dem Schreibbrett im Hörsaal des "Nazihauses". Es ist Bildungsstreik, aber (heute) nicht für mich und auch nicht für die 40-50 anderen Studenten, die heute doch in der Psychologie-Ringvorlesung saßen.
Ich weiß nicht, was der Kreativling (Thema der Sitzung war übrigens Kreativität) damit ganz genau sagen wollte, aber ich empfand es in diesem Moment passend. Teilweise wird bei dieser ganzen Streikaktion wirklich plakativer Blödsinn proklamiert. Und zum Streiken gezwungen werden kann und darf kein Mensch, auch kein Student der Universität Potsdam, der sich gerade zufällig am Standort "Neues Palais" befindet, wo einige Räume, wie damals beim Abistreich, mit Tafeln verbarrikadiert werden. Ich bin weder gleichgültig noch egoistisch, aber es ist doch wirklich jedermanns eigene Entscheidung.
Ich selbst habe/hätte den Vorteil, nicht allzu viel zu verpassen, wenn ich streiken würde, weil ich eben nur 2 Tage Uni habe. Mich zwingt aber meine intrinsische Motivation hinzugehen.


Sei du selbst.
Eure
Fr.itzi

Audiovisuelle Ablenkung

Bevor ich mich nach meinem Unitag wieder meinen Lernaktivitäten im musikalischen und englischen Bereich zuwende, wollte noch folgendes erheiterndes Video mit euch teilen.



Gehabt euch wohl.
Eure
Fr.itzi

Freitag, 12. Juni 2009

Komisches Neurodingsi

Ein geniales Wochenende liegt hinter mir, mit 2 norddeutschen Toten Hosen-Konzerten, viel guter Laune und tollen Leuten. Besonders Hamburg am Sonntag war knallhart, hatte noch bis Dienstag mit der Erschöpfung zu kämpfen. Eigentlich verlangt dieses Großereignis ob der Gelungenheit einen eigenen Eintrag, aber ich halte es mangels Zeit kurz, so bleiben mir und den Beteiligten die Erinnerungen eigen. Ha!

Aber heute. Heute war ein komischer Tag. Wobei das "Komisch" nicht unbedingt negativ gemeint ist. Zunächst habe ich meine Begabung für das Trödeln und Zuspätkommen und auch für das Verfahren wieder mehr als unter Beweis gestellt: Über 1,5h kam ich zu spät zum Treffen mit meiner Tante.
Achtung: Komplizierte "hätte, könnte, wäre"-Konstellation! Wäre ich pünktlich losgefahren, wäre ich eine Viertelstunde eher da gewesen, und wäre ich nicht die blöde Abfahrt runter gefahren, hätte ich mich nicht verfahren und wäre nicht in den Stau geraten...
Naja, dafür bin ich jetzt neurolinguistisch programmiert, was die Zielsetzung für meine nahe Zukunft anbelangt. Selbsterfüllende Prophezeiung und so. Tschakka! "Kickin' ass" ist irgendwie eine schöne Wendung.


Wenn man hier zu spät ist und dann noch was vorhat, dann ist man u.U. bei Zweiterem auch zu spät. So hab ich den Tobi mit seiner Skabänd auf unserem Campusfest verpasst, Mist.
Und jetzt die Schicksalsschaukel: Zunächst im Glauben, den Auftritt meiner Lieblings-Ska-/Reggae/-Dancehall-Band "Berlin Boom Orchestra" (in einem früheren Post schonmal erwähnt) ebenfalls fast vollständig verpasst zu haben, durfte ich davon dann doch noch tatsächlich, sagen wir, 3/4 des Sets miterleben!

Und dann kommt da ein Bekannter dahergelaufen, mit dem ich - womit wir wieder beim nächsten Thema wären - über meine am nächsten Samstag (!) anstehende Englischeignungsprüfung geredet habe:
Selbst Leute, die gerade frisch vom Australien-Auslandsjahr zurückkamen, hätten die Prüfung verkackt.
Und dann frage ich mich wieder, sind die völlig bescheuert, die sich sowas ausdenken? Denn wenn man mind. 12 Punkte im LK Englisch in einem Halbjahr der 12 oder 13 (oder Abiprüfung) hatte, braucht man den Eignungstest nicht zu machen! Meine Fresse, was sind das für Verhältnisse! Selbst der TOEFL ist leichter und wird für die Aufnahme akzeptiert!
Und hier? Dicker Stapel Aufgabenzettel mit viel Grammatik-Direktabfrage.
Und ich sag mir so: Super! Super kacke aber auch super positiv, denn: Ich habe was, woran ich konkret arbeiten kann. Und damit geht's morgen los: Zeitplan erstellen (weil ich damit am besten arbeiten kann) und dann jeden Tag Grammatik üben.
Und ich bin überzeugt, dass ich "Kickin' ass" betreiben werde, und das als bisher sesshafter Nichtinsauslandfahrer.
Is' doch 'n Wort!

Dem Campusfest frühzeitig den Rücken gekehrt, weil wegen irgendwie doch keiner da, den man noch so kennt, holte ich mir im Bahnhof noch 2 Bierchen. Allerdings hatte ich keinen Öffnungsgegenstand dabei, mit dem Schlüssel ging's jedenfalls nicht. Und hey, es gibt doch noch nette Menschen! Ein Herr, der beobachtete, wie ich mich erfolglos mit dem Schlüssel an der Bierflasche zu schaffen machte, bot mir seine Hilfe mit einem Feuerzeug an. Sehr aufmerksam. Danke nochmal an den netten Herrn.

Cheerio
Eure
Fr.itzi

Mittwoch, 3. Juni 2009

Angucken und freuen!

Montag, 1. Juni 2009

Beflügelt

Ein ganz neues Gefühl durchströhmt mich seit wenigen Tagen: Das Gefühl, das ehrliche, ernste Gefühl, dass ich etwas schaffen kann, was mich erfüllt. Der Traum, Musik zu studieren (wenn auch nur "in klein"), Singen zu lernen, wird immer greifbarer, immer klarer, was mir eine bemerkenswerte Motivation verleiht. Ich gewinne an Selbstvertrauen, beflügelt von der Koloratursopranstimme eines Engels aus Korea: Sumi Jo habe ich in mein Herz geschlossen.

Musik, für immer Musik!

Halleluja!
Eure
Fr.itzi